Michael Feil Architekten

Ort München
Bauherr Alpines Museum
des Deutschen Alpenvereins e.V.
Planung 2016
Ideenwettbewerb, 1. Preis
in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt Stefan J. Hierl, München

ALPINES MUSEUM, MÜNCHEN

 

Bestand und Neuordnung

Seit 1911 befindet sich das Alpine Museum des Deutschen Alpenvereins in dem ursprünglich als Café und Restaurant von Friedrich Loewel in den Jahren 1887-1888 errichteten neubarocken Gebäude auf der Praterinsel. Nach einer Erweiterung der Ausstellungsflächen 1926 und großen Kriegsschäden erfolgte durch Wolfgang Rothenbücher 1948 – 1952 der Wiederaufbau. Die Gebäudestruktur wurde dabei weitgehend übernommen, das äußere Erscheinungsbild jedoch entsprechend des Zeitgeistes in einfacher und reduzierter Form verändert.

Entwurfsidee

Das Alpine Museum auf der Praterinsel soll als physischer Begegnungs- und Ausstellungsort gestärkt werden. Dies wird u.a. erreicht durch eine Vergrößerung der Ausstellungsflächen, eine stärkere räumliche Verbindung von Museum und Bibliothek und eine Ausweitung des gastronomischen Angebots. Zudem soll die Sichtbarkeit des Alpinen Museums und seiner Einrichtungen auf der Praterinsel erhöht werden. Eine Umgestaltung der Zugänge und des Gartens sowie eine optimierte Ein- und Verbindung des Geländes und der Zugänge in den umliegenden innerstädtischen Isar-Raum sollen zu einer größeren Präsenz und Wahrnehmung im Stadtbild führen.

Die Besonderheit des Ortes, die Lage des Hauses zwischen Stadt und Naturraum, zwischen Land und Wasser, ist das Charakteristikum des Alpinen Museums. Eine neuer zentraler Eingang von Westen schafft einen klar erkennbaren Zugang zum Museum. Durch eine großzügige Eingangssituation kann die Präsenz des Gebäudes im Stadtraum deutlich verbessert werden. Ganz selbstverständlich wird das Alpine Museum durch das Zusammenführen der verschiedenen Eingänge und die Verlegung zum Straßenraum hin zukünftig als öffentliches Gebäude wahrgenommen. Es öffnet einen Blick in das bisher verschlossene Innere. Ganz einfach wird durch diese neue Achse zwischen Stadt und Museumsgarten die Funktion des Hauses erklärt. Markant prägt der vorspringende Sockel aus Nagelfluh das bestehende Gebäude. Mit drei großen Öffnungen, die in den Fensterachsen des Mittelrisaliten angeordnet werden, wird der neue Eingang deutlich sichtbar in den Bestand eingefügt. Die Leibungen erhalten eine Verkleidung in Nagelfluh, so dass sich bereits beim Eintritt in das Gebäude seine Bestimmung zeigt. Als prägnantes Material setzt sich das Konglomeratgestein weiter im Belag des Eingangsbereichs über das Foyer über den Eingang, das Café bis zu den neu gestalteten Gartenterrasse fort. Als steinernes Band verbindet es die zentralen öffentlichen Bereiche des Museums, die Stadt und die Natur. Im Sinne eines Weiterbauens wird so das bereits verwendete Steinmaterial der Fassade aufgegriffen. In selbstverständlicher Weise setzt sich die Sicht- und Wegeachse in Gebäudenähe als befestigte Freifläche und dann weiter in Stützmauern und Rasenterrassen bis zur Isar hin fort. Es verzahnt das Gebäude mit dem Museumsgarten und den in Anlehnung an die gründerzeitliche Gartengestaltung neu gestalteten Rundweg.